Bewegungsbezogene Gesundheitskompetenz

Das Modell der bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz wurde als Kompetenzmodell entwickelt, welches auf Individuumsebene ansetzt (Pfeifer et al., 2013; Sudeck & Pfeifer, 2016; Carl et al., 2020).

Das Bild zeigt das Modell der bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz. Links sind die Basiselemente dargestellt, welche in drei Blöcke eingeteilt sind. Der erste Block oben beinhaltet Gesundheitsbezogene Grundfähigkeiten und -fähigkeiten, wie die physische Fitness, motorische Fertigkeiten und die Körper- und Bewegungswahrnehmung. Der zweite Block in der Mitte umfasst Körper- und bewegungsbezogenes Grundwissen, wie "Effektwissen" von Bewegung auf Gesundheit und "Handlungswissen" über Ausführung und Methoden. Der dritte Block, der sich in der Basis unten befindet umfasst Förderliche personale Handlungseigenschaften und Bewegungsdispositionen. Darunter sind die aufgabenbezogene Selbstwirksamkeit und die Selbstwirksamkeit auf Verhaltensumsetzung, sowie kognitiv-rationale und affektiv-emotionale Einstellung und Motivstruktur gelistet.
rechts davon befindet sich ein Block, welcher die Teilkompetenzen enthält. Diese sind Bewegungskompetenz, Steuerungskompetenz und Bewegungsspezifische Selbstregulationskompetenz. Schließlich mündet das in Gesundheitswirksamer Bewegung.
Modell der Bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz, Abbildung nach Pfeifer et al. (2013),
Sudeck & Pfeifer (2016) und Carl et al. (2020).

Entwickelt wurde es im Jahr 2013 in Kooperation von Wissenschaftlern aus der Sportwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität Tübingen (Pfeifer et al., 2013). Die bewegungsbezogene Gesundheitskompetenz setzt sich zusammen aus einem Zusammenspiel kognitiver und motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten, die nötig sind, um gesundheitsförderliche körperliche Aktivitäten ausführen zu können, sowie aus den damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften bzw. Fähigkeiten zur erfolgreichen und kritisch-reflektierten Einbettung gesundheitsförderlicher körperlicher
und sportlicher Aktivität in variable Situationen des Alltags (Sudeck & Pfeifer, 2016; Sudeck et al., 2023). Das Modell besteht aus drei Subkompetenzen: Bewegungskompetenz, Steuerungskompetenz und bewegungsspezifische Selbstregulationskompetenz, die zusammen die Fähigkeit des Einzelnen beeinflussen, einen körperlich aktiven Lebensstil zu führen und aufrechtzuerhalten (Pfeifer et al., 2013; Sudeck & Pfeifer, 2016; Carl et al., 2020). Das zusätzliche Handlungsmodell beschreibt relevante Interventionsebene, mithilfe welcher die bewegungsbezogene Gesundheitskompetenz gefördert werden kann. Dazu zählen Trainieren/Üben, Lernen und Erleben (Pfeifer et al., 2013).

Auf dieser Webseite finden sie generelle Informationen zum Modell und dem zugehörigen Handlungsmodell, den verschiedenen Erhebungsmethoden, sowie zu relevanter Literatur.

Das Handlungsmodell beschreibt drei Interventionsebenen, Trainieren/Üben, Lernen und Erleben (Pfeifer et al., 2013, Carl et al., 2020).

Lernen zielt auf den motorischen, kognitiven und motivational-volitionalen Bereich ab (Funktion, Aktivitäten, Partizipation, personale Kontextfaktoren). Diese Interventionsebene trägt zum Aufbau aller drei Subkompetenzen bei (Pfeifer et al., 2013).

Erleben bezieht sich auf den affektiv-emotionalen, kognitiven sowie motivational-volitionalen Zielbereich (Aktivitäten, Partizipation, personale Kontextfaktoren). Diese Interventionsebene trägt zum Aufbau der Steuerungs- und Selbstregulationskompetenz bei (Pfeifer et al., 2013).

Das Bild zeigt das Aktionsmodell der Bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz. Es umfasst 3 Teile. Teil 1 bezieht sich auf physisches und motorisches Trainieren/Üben. Teil 2 bezieht sich auf affektiv-emotionales und kognitives Erleben und Teil 3 auf kognitives und motorisches Lernen. Die drei Teile stehen in Wechselwirkung zueinander. Im Zentrum befindet sich die Person. Da Modell befindet sich im Kontext von funktionaler Gesundheit.
Abbildung nach Abbildung nach Pfeifer et al. (2013),
Sudeck & Pfeifer (2016) und Carl et al. (2020).

Beteiligte Institutionen

Referenzen

  • Carl, J., Sudeck, G., & Pfeifer, K. (2020). Competencies for a Healthy Physically Active Lifestyle-Reflections on the Model of Physical Activity-Related Health Competence. Journal of Physical Activity & Health, 17(7), 688–697. https://doi.org/10.1123/jpah.2019-0442
  • Pfeifer, K., Sudeck, G., Geidl, W., & Tallner, A. (2013). Bewegungsförderung und Sport in der Neurologie – Kompetenzorientierung und Nachhaltigkeit. Neurologie & Rehabilitation, 19(1), 7–19.
  • Sudeck, G., & Pfeifer, K. (2016). Physical activity-related health competence as an integrative objective in exercise therapy and health sports – conception and validation of a short questionnaire. Sportwissenschaft, 46(2), 74–87. https://doi.org/10.1007/s12662-016-0405-4
  • Sudeck, G., Rosenstiel, S., Carl, J., & Pfeifer, K. (2023). Bewegungsbezogene Gesundheitskompetenz – Konzeption und Anwendung in Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation. In K. Rathmann, K. Dadaczynski, O. Okan, & M. Messer (Eds.), Springer Reference Pflege – Therapie – Gesundheit. Gesundheitskompetenz: Mit 132 Abbildungen und 94 Tabellen (pp. 1–12). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-62800-3_135-1